Wilhelm Heinrich von Riehl, Kulturhistoriker (1823 – 1897):     "… und nun durchblättere man alle Bücher der Geschichte der Musik und forsche nach, ob man zum zweitenmal eine solche Trias wie Hasse, Faustina und  Metastasio findet, wo man nicht unterscheiden kann, ob die  Sängerin mehr im Geiste des Komponisten gesungen oder der Komponist mehr im Geiste der Sängerin komponiert hat,  ob der Musiker aufmerksamer für den Dichter oder der Dichter aufmerksamer für den Musiker war. Es leuchtet etwas von der steten, reinen Flamme des antiken Geistes in Hasses Werken."

Voltaire, Philosoph (1694 – 1778):    nannte Hasse  „den Helden des Jahrhunderts”

Franz Joseph Haydn, Komponist (1732 – 1809):    … dem großen und weltberühmten Hasse (mein Stabat mater) eingehändiget… und mich dieser auserlesene Tonkünstler mit unaussprechlichem Lob über dieses Werk beehrte…

Karl Christian Friedrich Krause, Philosoph (1781 – 1832):     "Hasse ist der Correggio für die Kirchenmusik. So wie dieser große Maler den Himmel selbst voll Liebe und Freude des innigsten, zartesten Gefühls in lieblichen Gestalten in Licht und Farbe schildert, so weiß Hasse das Gemüth durch innig schöne Töne mit dem Vorgefühl der seligen Freude des Himmels zu trösten und zu erfüllen."

Wolfgang Amadeus Mozart, Komponist (1756 – 1791):     "Je deviendrai immortal comme Handel et Hasse" („gern würde ich unsterblich wie Händel und Hasse“) - Widmung seines Opus III (KV 10 – 15) für die englische Königin Charlotte,1765

Jean Paul, Dichter (1763 – 1825):    "Die Kirchenmusik vom großen Hasse ist wie eine neue Welt auf mich gestürzt, ein wogendes Tonmeer, das sich doch wie ein Strom nach einer Richtung bewegt. Lange, lange habe ich solche Sänger und einen solchen Künstler nicht gehört." (1822)

Reinhard Goebel, Musiker:     "Wie bei so vielen Zeitgenossen Johann Sebastian Bachs steht auch hier eine gründliche Sichtung des Werkes dringend an; wie so viele Zeitgenossen wurde auch Hasse ein Opfer der Bach-zentrierten, preußisch orientierten und protestantisch dominierten Musikwissenschaft…"

Ortrun Landmann, Musikwissenschaftlerin:    "Das an ein Wunder grenzende Phänomen trat ein: ein Kind der Nordseeküste wurde zum  Repräsentanten Süditaliens und errang die Befähigung, italienischen Belcantostimmen in idealer Weise gerecht zu werden, ihnen zu ihrem eigenen Ruhm das Letzte abzuverlangen, sie aber auch zu präsentieren wie kaum ein Italiener neben ihm." (1985)

Winfried Höntsch, Musikwissenschaftler:   " … insgesamt außerordentlich erfolgreiches Wirken, das die Faustina zur „Primadonna assoluta” und Johann Adolf Hasse zum „ungekrönten König der italienischen Oper” werden lässt. Für Dresden ist es eine der glanzvollsten Zeiten seiner Musikgeschichte, in der sich die Stadt zu einer Hochburg europaweit bewunderter barocker Opernkultur entwickelt. Von den Zeitgenossen viel gerühmt ist seine Orchestersprache." (1995)

Ludwig Güttler Musiker:     "… uns begeistert die Hassesche Musik. Sie hat ganz tiefe Empfindungen. Sie hat einen unglaublichen Könner als Komponisten, und sie kann ihren Platz zwischen Bach, Mozart und  Vivaldi beanspruchen." (1992)

Walther Vetter, Musikwissenschaftler:     "Johann Adolf Hasses Name war der klangvollste seiner Zeit.  Er war weit über die Grenzen Deutschlands hinaus berühmt und wurde in Italien nicht weniger vergöttert als in Deutschland. Die Epoche, die wir als Zeitalter Bachs und Händels  bezeichnen, trug für die Zeitgenossen den Stempel Hasses. Die beiden genannten traten im Urteil der Zeitgenossen weit hinter dem caro Sassone, wie Hasse in Italien genannt wurde, zurück… Auch dem leidenschaftslosen Blick des Historikers erscheint Hasses Opernkunst als die das damalige Opernniveau überragende Äußerung eines echten schöpferischen Genies." (1961)

Johann Adam Hiller, Komponist (1728 – 1804):     "Riehl berichtet, dass Hillers  Begegnung mit der Dresdner Hofoper ein Tag der Erleuchtung gewesen sei, der ihn mit Leib und Seele zur Musik bekannte (und die ihm auf dieser Basis zu seinen Arbeiten zum deutschen Singspiel führte)."

E. Th. A. Hoffmann, Komponist, Dichter (1772 – 1822):     " … Herrliches Requiem von Hasse" (Tagebucheintrag vom 26. 4. 1813)

Michael Schneider, Musiker:    "… eine Musiksprache, deren Melodie und Konturen durch subtile, agogische und klangfarbliche Abstufungen vom Interpreten belebt werden muss (eben jenes Spiel mit ,Licht und Schatten’). Plötzlich verliert dann die Musik ihre scheinbare ,Glätte’ und Unverbind-lichkeit und gewinnt gegen- über der ,klassischen’ Sprache Mozarts eine neue, eigene Individualität, in der neben der Schönheit der Vokalstimme der Klang selbst, ja die Oberfläche zum Vermittler seelischer Schattierungen wird, eine Ebene, die durch die bloße Betrachtung des Notenbildes kaum zu erkennen ist."

Lorenz Christoph Mitzler, Musikschriftsteller:   "Wer ist der, so sich den Beyfall einer gantzen Nation, die man allezeit vor die beste Kennerin der Musik gehalten hat, erworben? Herr Capellmeister Hasse, ein Deutscher, hat es so weit gebracht, dass ihn die Italiäner, als einen Ausländer, allen ihren einheimischen Komponisten vorziehen… " (Leipzig 1737)