In Dresden stand wohl Maria Josepha, Tochter des Kaisers und Gemahlin des sächsisch-polnischen Kronprinzen, am stärksten hinter den Bemühungen, den durch den Tod Heinichens (1683 – 1729) vakanten Posten des Hofkomponisten und Kapellmeisters mit Hasse zu füllen – und nun noch sozusagen die Cecilia Bartoli des 18. Jahrhunderts an das Theater zu binden.

Der Antrittsbesuch des Ehepaares Hasse war triumphal: eine Uraufführung der Hasse-Oper Cleofide (Libretto von Boccarddi nach Metastasio Alessandro nell`Indie; Händels Vertonung war als Poro redell`Indie nur wenige Monate vorher in London uraufgeführt worden – Metastasios Libretti wurden meist vielfach vertont) mit einem Orchester voller vorzüglicher Instrumentalsolisten. Neben Faustina in der Titelrolle sangen weitere Künstler der ersten europäischen Garde. Eine prächtige Inszenierung in Europas größtem Operntheater, von Mauro und Pöppelmann erbaut und 1719 eröffnet, mit 2000 Plätzen,  von innen luxuriös, von außen unscheinbar und eng an den Zwinger gebaut. Johann Sebastian Bach und sein ältester Sohn Wilhelm Friedemann waren unter den Premieregästen.

August der Starke starb, ehe sie im Januar 1734 zurückkamen. Zusammenfallend mit der Regierungszeit von Friedrich August II. von Sachsen, August III. von Polen wurde die Dresdner Ära Hasse eines der ruhmreichsten Kapitel europäischer Operngeschichte.
Johann Adolf fand ein Orchester mit hervorragenden Könnern auf ihren Instrumenten (Konzertmeister Pisendel, Flötist Quantz, Lautenist Weiss, um nur einige zu nennen); unter seiner (und Pisendels) Führung wurde es zum vollkommensten von Europa (Urteil von Rousseau in seinem Dictionnaire de Musique, 1768).
Faustina fand kongeniale Sängerkollegen, darunter den Altisten Annibali, mit dem zusammen sie schon in Venedig auf der Bühne gestanden hatte.
Die Verpflichtungen bestanden in jährlich neuen Opern für die Karnevalszeit (Uraufführungen mit bis zu einem Dutzend Wiederholungen, Eintritt frei) und für den 7. Oktober (der damals der Geburtstag des Kurfürsten und Königs war) sowie Gelegenheitskompositionen und Aufführungen bzw. Auftritten zu zahlreichen öffentlichen und privaten Festen des Hofes, überwiegend unter Mitwirkung Faustinas.

Ferner komponierte Hasse zahlreiche Messen und Oratorien für die katholische Hofmusik, in der Faustina als Frau nicht mitwirken durfte. Das Ehepaar Hasse traf in Dresden auf zahlreiche geniale Künstler, die am wachsenden Ruhm der Stadt bauten: den Erbauer der Hofkirche, Chiaveri, den Erbauer der Frauenkirche, Bähr, und weitere Architekten wie Pöppelmann, Knöffel und Longuelune, Bühnenbaukünstler wie Mauro und Galli da Bibiena, Hofpoeten wie Pallavicino und Pasquini, Hofmaler wie de Silvestre und Mengs, Thiele und Rotari, Bellotto (Canaletto) und Rosalba Carriera, Manyoki und Tiepolo, Porzellangestalter wie Kaendler und Höroldt, Bildhauer wie Mattielli und Thomae, Kupferstecher wie Zucchi und Lindemann, Goldschmiede wie die Ingermanns und natürlich Musiker wie Zelenka, Wilhelm Friedemann Bach und Homilius (auch Johann Sebastian Bach kam öfter nach Dresden).

Wir wissen nicht, mit welchen die Hasses engere Kontakte pflegten; sicher mit den Hofpoeten, mit Rosalba Carriera, sicher wohl auch mit den Bachs.
Die Hasses trafen hohe Staatsbesucher, so mehrere Male Friedrich II. von Preußen, für den jeweils Aufführungen von Hasse-Opern stattfanden und der mit den Hasses zusammen abendlich musizierte. (Dass Hasse viele Instrumentalwerke für die Flöte schrieb, ist wohl neben Quantz auch Friedrich zuzuschreiben.)
Bedeutsam wurde das Jahr 1747 durch die Hochzeit des Thronfolgers Friedrich Christian mit der musikbegeisterten bayerischen Prinzessin Maria Antonia Walpurgis.

Die Prinzessin und spätere Kurfürstin bzw. Kurfürstin-Witwe war Schülerin von Hasse (Komposition) und von Porpora (Gesang), schrieb selbst Opern und verfasste Libretti für Hasse, insbesondere das für das berühmte Oratorium „La conversione di Sant` Agostino“ (Uraufführung Dresden 1750; Friedrich II. weihte sein Theater im Neuen Schloss von Potsdam 1762 ebenfalls damit ein).
Neben ihren Pflichten hatten die Hasses eine sehr große Freiheit, ausländischen Rufen zu folgen, was Uraufführungen von Hasse-Opern in Pesaro, Venedig, Wien, Bayreuth, Neapel und immer wieder Venedig sowie ein Besuch in Paris belegen.